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Juli 9, 2017

Krankheiten der Rasse

…oder was der Mensch gerne verschweigt ….

Die Krankheiten des Rhodesian Ridgeback

Hier finden Sie eine verkürzte Übersicht…  (Stand 2017) … der Krankheiten des Rhodesian Ridgeback und warum ein genetisches Profil eines Zuchthundes so wichtig ist….. Allerdings sei anzumerken, daß die hier beschriebenen Erkrankungen eigentlich der Vergangenheit angehören, wenn die Zuchthunde wie folgt untersucht wurden:

DCM (Dilatative Kardiomyopathie) : Erkrankungen des Herzmuskels, so genannte Kardiomyopathien. Eine Dilatative Kardiomyopathie ist eine Funktionsstörung des Herzmuskels. Dieser Störung liegen verminderte Kontraktilität, Veränderungen des Volumens in Kammern und/oder Vorhöfen, Arrhythmien oder eine Kombinationen dieser zugrunde. …… Es kommt zu einer Erweiterung der linken und/oder rechten Herzkammer, nicht selten auch der Vorhöfe. Daraus folgert eine verminderte Kontraktilität und somit Störungen der Erregungsbildung und –weiterleitung im Herzen.

Hämophilie B (Faktor IX) : Die Hämophilie B gehört zu den wichtigsten vererbbaren Blutgerinnungsstörungen in der Rasse Rhodesien Ridgback. Die Erkrankung ist auf einen Mangel oder eine reduzierte Aktivität des Faktors IX zurückzuführen, der eine Schlüsselfunktion in der Blutgerinnungskaskade besitzt. Je nach Ausprägung des Faktor IX-Mangels kommt es zu einer leichten bis schweren Blutungsneigung. Anzeichen einer Haemophilie sind größere Haematome, Nasenbluten, Haut-, Muskel- und Gelenksblutungen. Schwere Verläufe nach größeren Verletzungen oder Operationen können ohne Therapie oder Prophylaxe tödlich verlaufen.

Degenerative Myelopathien (DM) :   Als degenerative Myelopathien der Hunde fasst man eine Reihe langsam verlaufender neurologischer Erkrankungen zusammen, die mit einer Zerstörung  des Rückenmarks  einhergehen. Diese Erkrankungen gehen mit langsam fortschreitenden Bewegungsstörungen der Hinterhand einher und sind nicht schmerzhaft….. Medikationen zeigen nach einer aktuellen Studie keine erhöhte Wirksamkeit gegenüber der Physiotherapie und konnten den Krankheitsverlauf nicht aufhalten. Die Prognose ist daher eher schlecht, da aber nicht schmerzhaft kann der Hund mit Tragegurt oder Rolli noch durchaus viel Lebensqualität haben und im Kreise seiner Familie bleiben

Maligne Hyperthermie (MH) : Die maligne Hyperthermie beim Hund (MH) ist eine autosomal-dominant vererbte Störung des Skelettmuskels, charakterisiert durch Hyperkarbie, Rhabdomyolyse, allgemeine Kontraktur des Skelettmuskels, Herzrhythmusstörungen und Nierenversagen, das sich bei der Aufnahme flüchtiger Anästhetika und depolarisierender Muskelrelaxantien entwickelt. Wenn diese Mittel verabreicht werden, zeigen für MH anfällige Hunde Herzrasen, Hyperthermie, erhöhte Dioxidproduktion und sterben, falls das Anästhetikum nicht abgesetzt wird.

Hyperuricemia- Hyperurikämie (HUU): Hyperurikosurie ist eine Krankheit, die sich durch übermäßige Ausscheidung von Harnsäure im Harn auszeichnet. Die betroffenen Hunde leiden an Blasensteine. Hunde bilden Harnsäure und das führt zur Erhöhung des Harnsäuregehalts im Blut und Urin und kann bis zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Hyperurikosurie bei Hunden wird durch Nukleotid-Austausch c.G563T (p.C188F) im SLC2A9 Gen (Gen für Urat-Tansport) verursacht (Bannasch et al. 2008). Hyperurikosurie ist autosomal rezessiv vererbte Krankheit. Das bedeutet, dass sich die Krankheit nur bei Hunden, die diese Mutation von beiden Elternteilen vererben, zeigt – diese Hunde werden als betroffene Homozygoten bezeichnet. Nur Hunde mit einem mutierten Allel sind Träger der Krankheit ohne klinische Symptome.

von Willebrand’s Disease  Typ 1 :  Die von-Willebrand-Krankheit ist eine Blutgerinnungsstörung, die durch einen erblichen Mangel an von-Willebrand-Faktor (syn. Faktor-VIII bezogenes Antigen) ausgelöst wird. Sie ist die häufigste Störung der Blutgerinnung beim Hund…Ist die Bildung des von-Willebrand-Faktors durch eine Mutation des zugehörigen Gens gestört, kann das Tier keinen oder zu wenig funktionierenden von-Willebrand-Faktor bilden. Dadurch kommt es bei einer Verletzung nicht zur Adhäsion und Aggregation der Blutplättchen, und die Blutgerinnung bleibt auf die plasmatische Komponente der Hämostase beschränkt. Dies führt je nach Schweregrad des Mangels bei Verletzungen zu einer verlängerten Blutungszeit und dadurch zu einem höheren Blutverlust, der durch Schock oder Anämie tödlich enden kann.

Musladin-Lueke Syndrom (MLS): Das Musladin-Lueke Syndrom (MLS) wird verursacht durch eine ausgeprägte Fibrose der Haut und Gelenke. Erste Symptome sind bereits im Alter von 2-4 Wochen zu erkennen. Im Laufe des ersten Jahres verschlimmert sich die Erkrankung, um sich dann mit einem Jahr zu stabilisieren. Als Welpen gedeihen betroffene Hunde nicht gut. Außerdem weisen sie verkürzte äußere Zehen, einen festen Körperbau aufgrund der verstärkten Haut und Muskeln sowie eine typische flache Kopfform auf. Die Hunde laufen auf den vorderen Ballen, was zu einem Ballerina-ähnlichen Gang führt. Betroffene Hunde leiden weiterhin unter Arthrose und Steifheit. Sie zeigen ein ungewöhnlich „freundliches“ Wesen.

Juvenile myoklonische Epilepsie (JME): Erste Symptome der JME treten schon früh auf – typischerweise im Alter von etwa 6 Monaten. Die Hunde leiden unter unwillkürlichen plötzlichen Muskelzuckungen (Myoklonien), die insbesondere im Ruhezustand auftreten; diese dauern zwar nur kurz (weniger als eine Sekunde), treten jedoch oft in Serie auf und variieren stark in ihren Ausmaßen. Viele Hunde wirken während und kurz nach diesen Episoden verwirrt und ängstlich. Die Anfälle treten in über 85% der Fälle täglich auf. Im Verlauf der Erkrankung kommt es bei einigen Hunden zu den typischen epileptischen Anfällen. Die Behandlung mit Antiepileptika kann zu einer Verbesserung führen.

Dilute (Farbmutantenalopezie) : Als Dilute-Gen (engl. dilute „verdünnen“) oder Verdünnungsgen werden  verschiedene Gene bezeichnet, deren Mutationen zu einer Aufhellung der Intensität der Fellfarbe führen. Beim Hund führt eine als Dilute-Gen bezeichnete Mutation des MLPH-Locus dazu, dass sich Eumelanin aufhellt während Phäomelanin nahezu unverändert bleibt. Das Dilute-Gen wird mit d abgekürzt und ist rezessiv gegenüber dem Wildtyp-Allel D für die unaufgehellte Farbe. Über einen mittlerweile verfügbaren Gen-Test kann die Veranlagung eines Hundes in Bezug auf dieses Gen ermittelt werden. Bei einem Teil der durch das Dilute-Gen aufgehellten Tiere ist die Mutation mit Haarausfall und Veränderungen der Haarwurzeln verbunden. Da nicht alle Rassen bei denen das Gen vorkommt diese Probleme aufweisen, wird vermutet, dass es noch eine zweite bisher unbekannte Mutation des MLPH-Genes geben könnte.

*Jeder Hund besitzt zwei Kopien dieses Gens – eines vom Vater und eines von der Mutter. Dabei wird zwischen folgenden Kombinationen (Genotypen) unterschieden:

  1. DD : Sowohl Vater als auch Mutter haben das Wildtypallel vererbt. Das Fell ist nicht aufgehellt.
  2. Dd : Entweder Vater oder Mutter haben das Allel für die verdünnte Farbausprägung vererbt. Die Farbverdünnung ist jedoch nicht sichtbar – der Hund hat die gleiche Fellfarbe, wie ein DD-Hund.
  3. dd : Vater und Mutter haben das Allel für die verdünnte Farbausprägung vererbt. Der schwarze Fellbereiche sind zu blau aufgehellt, zusätzlich durch das Braun-Gen aufgehellte Hunde nehmen die für den Weimaraner typische Farbe an.
  4. Gemäß den Mendelschen Regeln erhalten 25 % der Welpen die Gen-Kombination dd, wenn sowohl Mutter als auch Vater die Genkombination Dd in sich tragen.

Schildrüse: Die Hormone TRH, TSH, T3 und T4 sind – wie beim Menschen auch – ausschlaggebend für die Stoffwechselaktivität. Ihre Produktion findet im Hypothalamus (TRH), der Hypophyse (TSH) und schließlich, dadurch angeregt, in der Schilddrüse (T3 und T4) statt. Sie alle haben Einfluss auf den gesamten Organismus und auf das psychische Wohlbefinden. Weniger augenfällig ist die Vorstufe, die sogenannte subklinische Schilddrüsenunterfunktion. Sie hat in erster Linie vielfältige Auswirkungen auf das Verhalten des Hundes. Zu den am häufigsten auftretenden Verhaltensauffälligkeiten zählen plötzliche Aggression gegenüber Menschen und/oder Hunden, Konzentrationsschwäche, hyperaktive Phasen und Unruhe im Wechsel mit depressiven Phasen und gesteigertem Schlafbedürfnis, Ängste bis hin zu Phobien, Launenhaftigkeit und erschwertes Lernen. In einzelnen Fällen kann es zu epileptischen Anfällen kommen. Neben einer Fehlfunktion der Schilddrüse gibt es zahlreiche weitere Auslöser für eine Unterfunktion dieses Organs:

  • Autoimmunerkrankung
  • Leber- und Nierenerkrankungen
  • Infektionserkrankungen
  • Nach- und Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Stress, hier vor allem Dauerstress
  • Nahrungsmangel
  • und weitere …

Allergien: – Wussten Sie : Sind Leber und Nieren überfordert oder bereits so geschädigt, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr normal erfüllen können, sucht der Körper nach Auswegen, um die Gifte los zu werden. Ein Teil der Giftstoffe wird eingelagert, vor allem im Bindegewebe, in Sehnen und Bändern, zwischen den Zellen, unter der Haut und auch im Fettgewebe. Der Körper nutzt zuerst die Lagerstätten, die zum Überleben am wenigsten wichtig sind. Hunde können nicht schwitzen wie wir. Dieser Weg ist ihnen für eine normale Ausleitung also versperrt. Schwitzen können sie aber über die Pfoten und dort auch ausleiten. Aufgrund dessen lecken sie ihre Pfoten, die meist zuerst jucken, knabbern und schaben mit den Zähnen an den Zehen und dazwischen, reißen sich die Haare aus und hören nicht  auf …. Allergien sind hausgemacht vom Menschen und deshalb heilbar.

 Autoimmunerkrankungen:

*Pemphigus foliaceus (PF)  – Beim Pemphigus sind die Reaktionen des Körpers gegen die Verbindungsstrukturen zwischen Zellen der Haut gerichtet: Bei der mit Abstand häufigsten Form, dem Pemphigus foliaceus, gegen die Zellen in der Epidermis, die viel Desmoglein I enthalten und sich daher besonders im Bereich von Nase, Nasenrücken, Augenumgebung, Ohren und Pfoten befinden, beim Pemphigus erythematosus gegen Desmoglein III-reiche Zellen, also den Bereich von Haut-Schleimhaut-Übergängen (Nase, Augen, Lefzen, After, Scheide, Präputium).

*Diskoider Lupus Erythematosus (DLE), – Die Lupus-Erkrankungen attackieren dagegen nicht Zellverbindungen, sondern Zellkerne. Gegen diese werden Antikörper gebildet ( ANA), die im Blut messbar sind. Die gutartige Variante DLE attackiert nur Zellen einiger spezieller Lokalisationen in der Haut, nämlich im Bereich des Nasenspiegels/Nasenrückens, seltener im Bereich der Augenlider.  Bei der systemischen Variante SLE attackiert der Körper hingegen Zellen verschiedenster Organsysteme (gesamte Haut, Gelenke, Nieren, Lunge, verschiedenste Blutzellen …), so dass die Symptome entsprechend vielfältig und gravierend sind und die Erkrankung unbehandelt schnell zum Tode führen kann. Beim SLE sind die Antinukleären Antikörper im Blut fast immer deutlich positiv, beim DLE nicht.

*Pempigus erythematosus (PE), seltener Bullöses Pemphigoid, Pemphigus vulgaris: Das Bullöse Pemphigoid und der Pemphigus vulgaris richten die Reaktionen deutlich tiefer gegen die Zellverbindungen im Bereich der Basalmembran, also dem Übergang zwischen der Epidermis und der Dermis, dementsprechend gravierender sind die Hautveränderungen, die diese beiden Erkrankungen entweder im Bereich der Haut und/oder der Schleimhäute anrichten.

Trends:

  • die gemeldeten Erkrankungen HD, ED, OCD sind nicht gestiegen
  • die gemeldeten Dermoid Sinus – betroffenen Hunde – sind dagegen gesunken, was durch die genetische Untersuchung des RidgeGen´s und der mineralreicheren Fütterung (Folsäure) zurückzuführen ist

Dies ist eine kurze Übersicht, der akuten, genetischen Erkrankungen die in den letzten 3 Jahren vermehrt aufgetreten ist.

Worauf sollten Sie jetzt achten:

  • In dem angebotenem „MyDogDna“ von Ridgeback International sind weitaus mehr genetische Komponeneten  enthalten, vor allem aber bekommen Sie erste Hinweise auf die Veranlagung Ihres (zukünftigen) Hundes zu den aufgezählten Krankheitsbildern.
  • Blutuntersuchungen beim Tierarzt sowie radiologische –  und  kardiologische Untersuchungen sind eine Pflicht für jeden verantwortungsvollen Züchter